ROBERT NEPAUER
BEANTWORTET IHRE FRAGEN
Wer sind Sie?
Ich bin ein mehrfacher Facharzt mit psychiatrischer Ausbildung – nun in Rente.
Haben Sie Theologie studiert?
Nicht an der Hochschule.
Was gibt Ihnen das Recht sich zu diesem religiösen Thema zu äußern?
Als naturwissenschaftlich ausgebildeter Mediziner kann ich im Zeitalter der modernen Genetik keinem der zwei wichtigsten Dogmen des Christentums glauben.
Gleichwohl schätze ich die humanistische Botschaft von Jesus sehr.
Ich hatte persönliche Gründe das Christentum zu studieren. Viele meiner Vorfahren waren bedeutende Priester. Ich habe insgesamt 18 Jahre an dem Buch gearbeitet und sowohl das Neue Testament als auch verschiedene historiographische Quellen in meine Einsichten einbezogen. Ich glaube, dass meine tiefenpsychologische Beschreibung der Entscheidungen aller handelnden Personen, die ich Schritt für Schritt sehr detailliert analysierte, der Realität am Nächsten kommt, mehr als jeder andere Bibelroman aus den vergangenen 2.000 Jahren.
Was wollen Sie mit Ihrem Buch hauptsächlich sagen?
Ich zeige, dass man keines göttlichen Ursprungs zu sein braucht um Gutes zu tun.
Weiterhin mache ich klar, das es nicht wahr ist, dass der Zweck die Mittel heiligt. Das ist die heute beliebteste Ausrede von schlecht handelnden Menschen mit angeblich edlen Absichten.
Ein guter Zweck muss sich immer nur guter Mittel bedienen, die auch zu ausschließlich guten Konsequenzen führen.
Was kritisieren Sie an dem Christentum? Warum ist Ihr Buch so menschlich?
Das Christentum stellt sich selbst als ein, von Gott inspiriertes, scharf gezeichnetes Schwarz-Weißes-System” des Guten und des Bösen. Das Christentum darf sich deshalb keine geringste Täuschung erlauben, um Ansprüche auf die geistige Führung nicht zu verlieren. Jede falsche Aussage von den Gründern der Religion, egal ob dies gewollt ist oder durch Irrtum geschieht, muss durch logische Konsequenzen dieses Systems immer als verwerflich und inakzeptabel zu betrachten sein.
Betrachtet man jedoch die ganze Entstehungsgeschichte des Christentums als mehrere, in sich verstrickte Lebensläufe von ganz normalen Menschen, die nur in schwierige Situationen ihres Lebens gerieten und nun das Beste aus ihrer misslichen Lage zu machen versuchten, hat man kein Recht ihnen irgendwelche ,,Schwarzweiß-Rezepte” zu ihren Handlungen vorzuschreiben, denn wer von uns kann sicher sein, stets vorbildlich zu handeln?